Klima
Hauptursachen des Klimawandels
(1) Energieproduktion/- verbrauch (s.o.)
(2) Raubbau an tropischen und borealen Urwäldern
(3) zunehmend globale Stoffströme und Transporte
Die Bedeutung der Primärwälder = Urwälder der Erde
Etwa nur noch 30% der Weltwaldflächen sind Primärwälder (Urwälder). Dennoch haben gerade diese fundamentale Bedeutung für den Klimaschutz weltweit. Jährlich werden durch Raubbau an Urwäldern 7-13 Mrd. Tonnen CO2 freigesetzt.
Während in Europa die Waldflächen von 1990 bis 2015 zugenommen haben … sind in Afrika, Lateinamerika und Asien zusammen mehr als 270 Mio. Hektar Primärwaldflächen (Urwälder) verloren gegangen.
Die boralen Primärwälder
Europas + Russlands Wälder assimilieren 90% der CO2-Emissionen die Europa und Russland produzieren. Etwa 70% davon die sibirischen Primärwälder. Nord-Amerikas Primärwälder assimilieren 50% der CO2-Emissionen der USA.
Die tropischen Primärwälder
Die Tropenwälder tragen zu 40 % der weltweiten Sauerstoffproduktion bei. Tropenwälder halten die globalen Klimazonen stabil. Die äquatorialen großen Waldgebiete bilden den Motor für die globale Wettermaschinerie.
Globale Stoffströme
Von allen Holzprodukten, die in Deutschland verkauft werden, enthalten nur 30% Holz, das auch in Deutschland gewachsen ist (WWF, 2009). Deutschland ist z.B. der 3. größte Rundholzimporteur und -exporteur weltweit (FAO Daten). Durch Schließung regionaler Kreisläufe von vermeidbaren Transporten bei Rundholz, Schnittholz und Holzhalbwaren ließe sich 10-fach so viel CO2 einsparen, wie durch: Ausbau aller nationalen Kleinwasserkraftreserven bzw. das „100.000 Dächer Solarprogramm“.
Die Reduktion der Transporte hat ein Minderungspotenzial, für das sonst nationale Programme gestartet werden.
Transport ist ein entscheidender Hebel, um die Klimabilanz gerade von Holzprodukten zu verbessern. Große Anteile der Außenhandelswarenströme wären gerade bei Holzprodukten vermeidbar. Das ist anderen Materialgruppen nicht so einfach möglich.
In der EU wurden große Anstrengungen unternommen, um auch beim Verkehr die Emissionen zu senken.
Hauptaktivitäten und Maßnahmen zur CO2-Minderung im Verkehrssektor in der EU:
- Effizienzsteigerungen. effizientere Motoren, ein 40 Tonner verbraucht heute 30% weniger als sein Vorgänger aus den 1960er Jahren, derzeit etwa 30 Liter/100 km).
- Neue Antriebe (v.a. Bremskraftrückgewinnung, Ansätze Elektroantrieb).
- Alternative Brennstoffe (Biofuels zumeist haben einen gravierenden negativen Einfluss auf die Umwelt auf globaler Ebene).
- Leichtbauweisen bei LKW (bisher kaum von Bedeutung/Marktanteile).
- E-LKW – noch kaum .
Während bei anderen Emissionen Erfolge in der EU erzielt wurden sind die spezifischen CO2-Emissionen aus dem Verkehr gleich geblieben.
Der Verkehr ist in Europa der einzige Sektor in der KEINE sinkenden sondern steigende CO2 Emissionen vereichnet. Der Verkehr macht heute 20% der gesamten Europäischen CO2 Emissionen aus. Die Frachtintensität hat in der Vergangenheit zugenommen, vor allem die LKW Transporte. Die Frachtintensität von Waren wird auch weiter zunehmen und zwar noch stärker als der private PKW Verkehr. EU Studien zeigen: es wird keine signifikante Änderung des Modal Split geben, die Forderung nach „Güter auf Schiene oder Schiff“ wird das Problem nicht lösen, denn in der Realität wird der LKW-Verkehr der Hauptanteil am Warenverkehr bleiben
Der Verkehr ist der einzige Sektor in der EU, in dem sich die CO2-Emissionen deutlich erhöht haben und weiter steigen werden. Dies betrifft vor allem auch den Warenverkehr. Beim Transport sind heute die größten Potentiale zur Reduktion von Emissionen möglich. Technische Möglichkeiten kommen dabei bereits heute an ihre Limits und werden das Problem nicht lösen. Nur die Transportintensität, die Reduktion der gefahrenen Kilometer kann hier essentiell zum Klimaschutz beitragen. So sind die Transporte ein entscheidender und effektiver Hebel, um die CO2-Emissionen zu reduzieren
Beim Transport sind heute noch die höchsten Klimaschutz verbesserungspotentiale erreichbar, denn der Transport hat die höchste Variation bei produktspezifischen CO2-Emissionen.
Transporte in der Lieferkette können den höchsten Anteil an den CO2-Emissionen in der gesamten Prozesskette (A1 – A4) haben. Produkte aus nachweisliche Holz der kurzen Wege, mit HOLZ VON HIER klima- und Umweltlabel sind Klimafreundliche Produkte
- das Rundholz stammt aus nachhaltiger heimischer Forstwirtschaft und nicht aus tropischen oder borealen Primärwäldern.
- gerade bei Holzprodukten wird der größte Anteil für den Klimaschutz durch kurze Wege im gesamten Stoffstrom der Verarbeitungskette erreicht.
Wird noch ergänzt. Erste Infos aus einem HVH Vortrag (Grunddaten aus Destatis, Eurostat).
